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Altweibersommer - Trainieren wie die Stars


Aug 24 2009

Ruth Eder
14:03 Uhr
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  Meine Freundin Silvana hat neuerdings eine Personal Trainerin. Das klingt ziemlich nach  Luxus und Exklusivität: Kein einsames Joggen im Wald, kein Massenandrang im Fitness-Studio nach Büroschluss. So eine  Personal Trainerin macht`s möglich, denn sie kommt ins Haus und bringt gleich das nötige Equipment mit. Von der Motivation ganz zu schweigen. Bequemer geht`s nicht, meint Silvana, die kürzlich in dritter Ehe einen bekannten Vermögensberater geehelicht hat. Ich werde gelb vor Neid und greife zum Telefon. Ein Personal Trainer muss her um jeden Preis. Um jeden? Wie sich herausstellt, kann man sich auch als  Freiberuflerin einen Privat-Coach durchaus mal gönnen und ein bisschen  persönliche Betreuung dazu.  Ich buche also zwei Schnupperstunden bei einer Trainerin, die zusätzlich noch Ernährungscoach ist und  sich anhört, wie eine Mischung aus Dalai Lama und Kanzlerin Merkel: Toughness in Milde verpackt.  
Die junge Trainerin namens Wiebke ist offenbar keine Freundin langer Worte: Kaum bei mir zu Hause angekommen, geht schon der Flexibilitäts-Test und Gesundheits-Check los. Wie weit kann ich meine arme Wirbelsäule im Lendenbereich drehen, wie dehnbar sind meine Muskulatur und die leise knirschenden Gelenke, 10 Kniebeugen und zehn Liegestütze bringen es gnadenlos an den Tag. Und weiter: Wie hoch ist mein Blutdruck, welche Erkrankungen hatte oder habe ich, welche Medikamente nehme ich ein, welche Sportarten betreibe ich. Dann wird mit einem Herzfrequenzmesser die „Own Zone“, also die optimale Zone, in der trainiert werden sollte,  gemessen und ein weiterer Test in Ruhe (Own Index) vorgenommen. Siehe da, bei mir zeigt die Uhr, wohl wegen täglicher, nervender Spaziergänge mit dem Hund sowie etwas Yoga  „excellent“. Fängt ja schon mal gut an. Später, als wir joggen,  wird offenbar,  dass ich wohl öfter laufen, statt meditieren sollte…  
Nun definieren wir mein Ziel: Ich will etwas fitter werden, außerdem ein wenig abnehmen. Dabei weiter Tennis spielen aber vermehrt laufen. Wiebke verströmt Zuversicht.  Ja, und der Ernährungsplan: Ich soll eine Woche lang alles aufschreiben, was ich esse und trinke. Durch diese genaue Liste kennt sie meine Essgewohnheiten und darauf basiert dann mein Fahrplan für die Ernährung. Und nun habe ich auch endlich jemanden, der mich für jedes verlorene Pfund  loben wird, denn „Lob ist gaaaaanz wichtig“, flötet sie.  
Wenn alle Checks erledigt, das Trainingsziel definiert ist, kann es los gehen: Ein Personal Trainer ist immer an der Seite seines Klienten: Ob beim Joggen, Walken, Radfahren oder beim Krafttraining. Es wird trainiert, wo es passt und Spaß macht. Im Wald, im Studio, im Englischen Garten, am Ammersee, je nachdem, Fitness-Profi Wiebke passt sich da ganz an die Vorlieben ihrer Kunden an. Gerade im gehobenen Fitness-Business ist  der Kunde König. Wir dehnen, laufen, dehnen wieder. Mann, bin ich motiviert, denn sie lobt mich unentwegt. Müde? Kein Bisschen! 
Vorher hat sie noch  ihr Equipment ausgepackt: Korkblöcke, Yogagurte, kleine Bälle, Redondo-Bälle, wie man sie von Pilates her kennt. Hat was von einer Kindergarten-Ausstattung. Und wer sind nun die Leute, die sich eine Personal Trainerin leisten? Geschäftsleute mit wenig Zeit, Hausfrauen, die sich etwas Gutes gönnen, Karrierefrauen, viele in der Altersgruppe bis Ende 30. Ältere, Äh, Naja, eher vereinzelt… Wiebke läuft
dafür mit mehreren Kunden Halbmarathon und Marathon mit und bereitet sie für Wettkämpfe vor. Klingt soooo leicht, wenn sie davon erzählt. Marathon, warum eigentlich nicht, denke ich im Stillen. Der Muskelkater am nächsten Morgen belehrt mich eines Besseren.  Vielleicht sollte ich in meinem Alter doch lieber mit dem Hund meine gemächlichen Runden  drehen…                                    



 

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Ruth Eder

In ihrem Blog „Altweibersommer“ schreibt Ruth Eder exklusiv auf WomenWeb über den alltäglichen Wahnsinn eines ganz normalen, modernen Frauenlebens mit 50+
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