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Altweibersommer - Gelächter beim Sex


Sep 13 2010

Ruth Eder
11:03 Uhr
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    Ich erschrak über seine Heftigkeit aber mein Körper überzog sich mit unzähligen Gänsehauthügeln wie Hüttenkäse. Er hatte etwas Gewalttätiges  an sich, das  mich zugleich ängstigte  und erregte. Keine Spur mehr von Sahara in der Jeans. Eher schon ganz und gar Wüste Gobi.   Mit einem Kuss, der mich schwindelig machte, liess er mich  aufs Kingsize - Bett gleiten. Sich über mich.  
"Weißt du, an wen du mich erinnerst?" Verführerprogramm, die Erste.  Tiefer Blick.  Seine Glutaugen über mir. Dunkle Haare in der Stirn, Bart, Lippen, Schultern. Alles Mann. Ganz Mann.   "An deine Oma". Die Spontan-Pointe saß. Staubtrocken. Ironisierte die ganze schnulzige  Soap-Opera-Szenerie.    Wir hielten uns in den Armen und lachten. Plötzlich  Kumpanen wie Bonny und Clyde.  Psst, sonst kommt der Hund nach mir sehen.
Noch etwas Wein? Danke, ich will dich. Nur dich. Küsse, Hände, Herzklopfen.  Pochen, Blutstau, Schwellungen überall.  Natur pur. Die Serengeti darf nicht sterben.  Mein Hirn beobachtete indes alles ganz genau. Wir waren jetzt Rhett Butler und Scarlett, unser Kuss war der Kuss schlechthin. Aber wo zum Teufel blieb  die Freitreppe mit dem blutroten Teppich, auf dem er mich nach oben ins Schlafgemach hätte tragen  können?  
Bloss die Klamotten weg. Zerren an den Gürteln. Blöde Reißverschlüsse. Hosen runter. Atemlose Beschämung und Fremdheit. Wie hatte das Scarlett bloß gemacht mit ihrem Korsett? Trug man damals schon Unterhosen? Der Kuschelrock übertönte Gott sei Dank die Geräusche, die sich nach Ankleidekabine im Schwimmbad anhörten. Wieso schwebten die Jeans in so einer prekären Situation nicht einfach davon? Hosenknäuel auf dem Boden. O je...
 Endlich Haut! Weiche, nackte Haut. Zutiefstes Staunen: Seine fühlte sich genau wie meine an. Ob das die Blutgruppe war, die wir teilten? Der Augenblick des Innehaltens, Einatmens. Kein Gefummel wie sonst. Viel mehr ein Gleiten. Verschmelzung, eine Bewegung, zwei Körper. Nicht zu fassen wie mühelos sich das anfühlte. Schwerelos, lustvoll, harmonisch. Ich weiß nicht mehr, wo ich aufhöre und er anfängt.  
"Das geht ja wie geschmiert." Gelächter, ineinander verstrickt.   "Ich habe mir schon gedacht, dass man mit dir im Bett lachen kann. Aber während des Vögelns... Das geht zu weit...Wo bleibt der sittliche Ernst, das Weihevolle? "   "Du hoffst wohl, dass mich Gelächter abtörnt... Aber da hoffst du vergebens..."   Tja, die  Orgasmus- und Potenzprüfung war schließlich bestanden. Und wie!  Plötzliche Nähe und Innigkeit, die Angst macht. Ich finde, dass seiner Intensität etwas Verzweifeltes innewohnt. Unsere jahrelange Sehnsucht ist auf einmal gestillt.
Kann es denn wahr sein? Lust auf mehr, Lust auf Immer. Jaja: Und jede Lust will Ewigkeit. Es wird nicht halten. Wie sollte es? Es hält nie etwas. Es wird nachlassen. Es wird nachlassen. Wappne Dich!  
"Nicht übel fürs erste Mal," sagte ich schließlich. Das Gesicht an seinem heißen, nassen, pulsenden  Männerhals. Er roch so gut. Endlich aus dem Vollen schöpfen bei einem Mann.    "Sich regen bringt Segen."   "Bisher waren meine Männer immer wie zu kurze Decken. War ich oben zugedeckt, kuckten die Füße raus. Und umgekehrt. Bei dir bin ich eingehüllt von oben bis unten."  
"The more you get, the more you want. Kennst du den Song von David Bowie?"   "Das kann ja heiter werden.  Ich fürchte, wir sind zwei ziemlich intensive Teufel. Ob man das in dem Alter noch aushält?"   " Und ob. In jeder Hinsicht! Kopf, Herz und Unterleib, eine neue Dreieinigkeit," sagte er an meiner Brust. Für Sekunden ganz Kind. "Ich habe es gewusst."  
In mein mohnrotes Tagebuch schrieb ich, als er gegen vier Uhr früh lautlos  gegangen war, „ Angst, Glück, Gelächter. Das ist er also nun. Was sein soll,  geht schnell."    



 

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Ruth Eder

In ihrem Blog „Altweibersommer“ schreibt Ruth Eder exklusiv auf WomenWeb über den alltäglichen Wahnsinn eines ganz normalen, modernen Frauenlebens mit 50+
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