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Altweibersommer - Sex-Tipps von Frau zu Frau


Dez 22 2010

Ruth Eder
11:19 Uhr
2318 Besucher
2 Kommentar(e)


  

Gestern, drei Tage vor Weihnachten, kam mich nach langer Zeit eine Schulfreundin besuchen:
     "Ginale, i bin wieder liiert", sagte Schatzi sachlich. Schatzi heisst eigentlich Veronika und ist Zahnärztin. Obwohl sie seit Jahrzehnten in München lebt, spricht sie immer noch ganz selbstverständlich Schwäbisch, was eher  ihre Beständigkeit als  für ihre Anpassungsfähigkeit  unterstreicht. Wir kennen uns schon aus der Tanzstunde.   Schatzi hat sich vor zwei  Jahren endlich von ihrem notorischen Fremdgänger scheiden lassen und sich danach voll in ihre gutgehende Praxis  sowie in die Erziehung ihrer zwei Töchter gestürzt. Nun sass sie also bei mir auf der Couch im Dachjuchee und süffelte mit mir den  eigens besorgten "Haberschlachter" aus der alten Heimat.    Auf dem Tisch ein betörend duftendes Bukett  langstieliger weisser Rosen. Moritz Merseburger hatte sie geschickt und sich für das gute Gespräch bedankt.   "Von wem sind denn die Blumen", fragte Schatzi, "ich sollte vielleicht nicht gleich mit meinem Kram..."   "Ich war doch kürzlich auf Reportage in der Toscana. Hab da einen Pychologen interviewt, dem ich anscheinend gefallen habe," unterbrach ich sie. "Aber deine Lovestory interessiert mich viel mehr. Es wurde ja auch langsam Zeit."

Ich  streichelte Fritz, der - was natürlich streng verboten war - bei mir auf der Sitzecke  lungerte und seinen Kopf vorsichtshalber auf meinen Schoss gelegt hatte.   "Du hasch gut reden, so lang wie du allein warsch" entgegnete Schatzi und lachte. Ihr Lachen erinnerte mich an die Tanzstunde, als ich Schatzi nie ganz für voll genommen hatte.   "Erzähl, wie ist er..." sagte ich und nippte an meinem antiken, böhmischen Glas, das mir  Freundin Ulla geschenkt hatte. Der Haberschlachter war zu warm.   " Er ist geschieden, ohne Kinder, zehn Jahre älter als ich..." sagte Schatzi froh." Geschäftlich erfolgreich. Mit Ende vierzig noch einen zu finden, ist  doch wie ein Sechser im Lotto..."   " Klingt interessant" sagte ich, obwohl ich das nicht dachte. Es war alles so undramatisch. Normal. Zu normal für meinen Geschmack.  

"Und seit wann geht das?"   " Seit drei Monaten... I bin unheimlich verliebt, " sagte Schatzi, wobei sie das verliebt wie verlippt aussprach. "I hätt nie gedacht, das sowas noch einmal  möglich isch. Ich mein sexuell..."   "Wieso, bei Wolfi und mir ist es ja auch sehr intensiv... Wenn ich an unser Wiedersehen nach meiner Toscana-Reise denke..."   "Ja, also meiner, der will  am Wochenende vor dem Frühstück, nach dem Frühstück und dann natürlich nachts..." Schatzi schaute verschämt. Sie war sich nicht sicher, ob sowas richtig sei.   " Donnerwetter," sagte ich. "In dem Alter..." Ich  spielte damit auf die Tatsache an, dass Schatzi einen alten Dackel, ich aber einen jungen Hupfer  besass.

Schatzi sah immer noch aus  wie Mama Cass von den legendären "Mamas and Papas", die sie einmal sehr verehrt hatte. Sie hüllte ihre Pfunde ohne Gewissensbisse  in wallende Gewänder aus mit Pflanzenfarben behandelter,  indischer Baumwolle  und hielt nichts von Diäten und noch weniger von Fitneßstudios.   " Aber ich hab da ein Problem..." sagte sie gedehnt. "Ich bin das nicht gewöhnt. Bin montags immer ganz aufgerieben..." Schatzi lächelte verschämt. Anscheinend hielt sie mich für jene  Expertin in Partnerschaftsfragen, die ich  theoretisch ja auch bin.

   " Ein Tip von Frau zu Frau: Penaten... ich sage nur Penaten Creme" antwortete ich mit Überzeugung.    " Du liebes Bisschen, in unserem Alter," sagte Schatzi.   " Ich hab damit beste Erfahrungen...Was für die Hintern unserer Töchter gut war, kann für unsere... äh ...  nicht schlecht sein, oder?"   Wir lachten so,  dass ich mich am Haberschlachter verschluckte.   "Glaubsch du eigentlich , deiner ist dir treu?" fragte Schatzi vorsichtig. Sie konnte sich seit ihrer Ehe nicht vorstellen, dass es Männer gab, die nicht andauernd fremdgingen.   "Wenn nicht, wäre er ein  medizinisches Wunder," gab ich keck zurück.



Kommentar von Club-Mitglied

 
 
 
 
 

03.01.2011 12:42:00

Liebe Ruth, ein toller Tipp :-)! Eine Freundin von mir hat auch einen "jungen Hupfer" und beschwert sich auch, dass es ihr zu viel ist... Ihren Tipp werde ich nun weiter reichen! Ein frohes neues Jahr!


Kommentar von Club-Mitglied

 
 
 
 
 

22.01.2011 08:10:00

Hat`s geholfen ? ;-)) Herzlich! Ruth


 

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Ruth Eder

In ihrem Blog „Altweibersommer“ schreibt Ruth Eder exklusiv auf WomenWeb über den alltäglichen Wahnsinn eines ganz normalen, modernen Frauenlebens mit 50+
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