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Altweibersommer - Geiles Käsefondue für Opa


Mai 3 2011

Ruth Eder
10:52 Uhr
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       Das Käsefondue war im Grunde  fertig. Mara tauchte ein Stück Weissbrot hinein, probierte.  "Meckt goil" sagte sie mit vollem Mund.  Oder so ähnlich.   Ich war beschwingt. Gelte ich doch bei meiner  Tochter als Hausfrau von Gottes Zorn. Das ist mir normalerweise wurscht. Ich beziehemein Selbstwertgefühl  eher aus der Verfertigung selbstgeschriebener Artikel, als aus der  von selbstgebackenen Kuchen.   Diesmal wollte ich es jedoch  wissen.  Ich wandte mich für die Herstellung des Käsefondues deshalb an eine Expertin aus der Schweiz, Maras beste Freundin aus Zürich. Eine Mail mit Rezept sollte nun "narrensicher" zu einem original schweizerischen Käsefondue führen, sofern man sich genau an die Angaben hielt und ausserdem für die Zutaten die teuersten Feinkostläden aufsuchte. Eine Flasche exzellenten Fendants lieferten die  Feinschmecker gleich mit, wofü ich mich mit einem selbstgeschriebenen Buch revanchierte.  
Leider liess das Rezept für  Ungeübte doch  einige Fragen offen. "600 g Weissbrot mit viel Rinde," hiess es da, "so in Stücke schneiden, dass möglichst viele Stücke etwas Rinde haben." Leichter gesagt, als getan. Ich, die keinesfalls etwas falsch machen wollte,  hatte mich in der Bäckerei längere Zeit gefragt, welches Brot nun am besten geeignet sei.  Nicht nur die Verkäuferin, auch die nachfolgende Schlange, die sich am Samstag Morgen im Laden gebildet hatte, wurde allmählich ungeduldig.   "Baguette  wäre gut, " sagte die Verkäuferin unwirsch," aber  wir haben nur Bio-Baguette". Ich ließ einpacken. Dass ofenfrisches Brot  einen Haken hat, merkte ich erst, als ich es  in Stücke schnitt, die augenblicklich zerbröselten.   "300 g Greyerzer, 200 g Schweizer Emmentaler und 100 g Raclette" stellten am Käsestand des Delikatessen-Ladens zum Glück kein Problem dar. Ich ließ ihn  vorsorglich in Würfel schneiden, da er sich auf diese Weise bestimmt zeitsparend im Topf schmelzen liess.   "Reiben, ins Caquelon geben", lautete das Rezept leider. Reiben, nicht würfeln. Hoffentlich war das nicht der Schlüssel zu einem sämigen Käsefondue, das, wie mich Mara inzwischen aufgeklärt hat - "gigantisch in die Hose gehen kann". Und was bitte war ein Caquelon?  
Und schon hatte sich die nächte Stolperschwelle ergeben: " 3dl schweizer Weisswein, 1 EL Maizena." Zwar sah ich mich im Besitz einer Flasche schweizer Fendants, ich wusste aber weder, wieviel 3 dl waren, noch um was es sich bei "Maizena" handelte. Am Käsestand erfuhr ich durch Zufall von einer eleganten Dame im teuren Trenchcoat, dass es sich dabei um Speisestärke handele, wobei es die von Oetker durchaus ebenso täte. "Sie planen  wohl auch ein Käsefondue?" fügte sie noch hinzu und mass mich mit herablassendem Blick.  Planen sagte man also dazu.   "Knoblauchzehe, ein kleines Glas Kirsch und wenig Pfeffer und Muskat" stellten kein ernstzunehmendes Problem dar. Vie eher warf die Angabe :" Maizena und Weisswein im Messbecher mischen, zum Käse giessen und unter regelmässigem Rühren auf kleinem Feuer aufkochen" ungeahnte Fragen auf.   Sämig sollte das Ding werden, dann auf einem Rechaud bei Tisch leise vor sich hinköcheln. Aber erst, wenn die Gäste da waren.

Während des Essens sollte man gelegentlich "Wein nachgiessen, damit das Fondue angenehm dickflüssig bleibt".   Nun war es also fertig. Perfekt, glatt, goldgelb  und im Geschmack einwandfrei. Bis auf das bröselige Brot vielleicht. Das war zu verkraften. Das nächste Mal würde ich das Brot einen Tag lagern. Aber wo blieben Opa Paulchen und seine kritische Frau Heidi bloß?  



 

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Ruth Eder

In ihrem Blog „Altweibersommer“ schreibt Ruth Eder exklusiv auf WomenWeb über den alltäglichen Wahnsinn eines ganz normalen, modernen Frauenlebens mit 50+
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