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Das Erhalten des Feuers: Im Hotel & Spa Klosterbräu

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Das Hotel & Spa Klosterbräu steht für starke Familienbande, alte, aber nicht verstaubte Traditionen und den Fünf-Sterne-Service ganz ohne Starallüren. Mein erster Klosteraufenthalt der besonderen Art ...

Hotel & Spa Klosterbräu
© Hotel & Spa Klosterbräu
Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“
Zitiert nach Gustav Mahler


Meinen ersten Klosteraufenthalt habe ich mir anders vorgestellt: Düstere, kühle Räumlichkeiten, bescheidene Einrichtung, allumfassende Ruhe und Stille, die in den Ohren als ein leiser Mönchsgesang ertönen. Nichts lenkt das Auge ab, nichts unterbricht den Gedankenfluss. Es riecht nach Malz und frisch gebackenem Brot ...
Hotel & Spa Klosterbräu
© Hotel & Spa Klosterbräu
Diesmal ist es anders. Eine breite, mit rotem Teppich bedeckte Treppe führt uns einige Stufen nach oben, in den Empfangsbereich des über 500 Jahre alten Gemäuers des ehemaligen Augustinerklosters. Mit jedem neuen Schritt breitet sich in mir unaufhaltsam das Gefühl aus, eine Diva zu sein, die einen prachtvollen Theatersaal betritt: Ein kurzer Augenblick und es erklingt ein klirrender Applaus, der in Kaskaden von den alten Steinmauern abprallt und für Gänsehaut sorgt. Doch es passiert nichts dergleichen – und ich erinnere mich, dass ich das ehemalige Klostergebäude betrete …

So, wie ich mir einen Klosterbesuch ausmale, war vor etwa einem halben Jahrtausend der Fall. Jetzt ist hier von der düsteren Klosteratmosphäre kaum eine Spur.  Da, wo früher Mönche lebten und ihr Bier brauten, ist eines der in Seefeld bekanntesten Hotels untergebracht, das Hotel & Spa Klosterbräu. Fünf Sterne schmücken heute die massiven Mauern. Und eine bemerkenswerte Geschichte!

Von Licht und Stein

Hotel & Spa Klosterbräu
© Olga Sattler / Hotel & Spa Klosterbräu
Erwartungsvoll schaue ich mich um: Ein Steingewölbe thront über dem ersten Stock und protzt ungeniert mit seinem altertümlichen Charme. Gedämmte Lichtquellen lassen den Raum in magisches Licht eintauchen, in dem Glanz von Gold und Glas ineinanderfließen. Plüschige Ohrsessel laden zum Hineinversinken ein. Als Überbleibsel aus den Klosterzeiten herrschen Ruhe und Gediegenheit im historischen Gemäuer: keine Hektik, auch zu den „Stoßzeiten“, alles läuft wie am Schnürchen.

Nun umhüllt mich ein wohliges Gefühl, gut aufgehoben und angekommen zu sein. ‚Bestimmt ist es „ein Produkt“ des warmen Lichts, der im Hintergrund leise und unaufdringlich schwingenden Melodie und einer guten, lebendigen Energie, die den Raum füllt‘, denke ich mir als Erstes. Einen Moment später galoppieren meine Gedanken weiter – denn es scheint hier noch etwas anders zu sein, das mir das Wohlbehagen beschert …

Das fröhliche ‚Herzlich willkommen im Klosterbräu!‘ unterbricht meine Gedanken-Tour. Denn vorerst steht eine kurzweilige Reise in die Kloster-Vergangenheit des Hauses auf der Agenda.

Mönchen auf der Spur

Von dieser angenehmen Atmosphäre verzaubert finde ich mich im langen alten Klostergang wieder, zu beiden Seiten – schwere Holztüren der ehemaligen Mönchszellen, die heute in gemütlich-elegante Suiten umgewandelt wurden.

Gespannt folge ich dem Klostergang bis zum moderneren Suiten-Trakt: Es sind nicht die kühlen Steinpflaster, die meine Schritte wie einen spitzen Herzschlag unter dem Gewölbe erschallen lassen.  Wie auf weichen Katzenpfoten trete ich geräuschlos auf dem samt-roten Teppich auf. Auch nicht die kühle Dunkelheit des alten Steingewölbes umgibt mich – das flackernd-tanzende Licht von Hunderten von Kerzen nimmt die feurige Bodenfarbe auf und umschmeichelt mich mit der wohligen Wärme. Die verblassten Originalfresken an den Gangwänden allein sind die schweigsamen Augenzeugen des erlebnisreichen „Werdegangs“ des Hotels und zeigen einzelne Szenen des Hostienwunders von Seefeld, dem das Kloster seine Errichtung zu verdanken hat.  

Die Geschichte scheint fristlos im noblen Ambiente zu ruhen, gut in die Moderne integriert und mit ihr harmonisch kombiniert. Diese ist dennoch keinesfalls verlorengegangen – die Gastgeberfamilie Seyrling ist mit der Klosterbräu-Historie sehr eng verbunden und lässt sie auf vielerlei Arten weiterleben: Dem Ausleben des bekannten Zitats ‚Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers‘ hat sich die Familie verschrieben.

DAS werden wir in den kommenden Tagen erleben – und auch die Tatsache, dass die Gastgeber selbst sehr enge Familienbande pflegen: Neun der Familienmitglieder verbinden erfolgreich Leidenschaft und Job in ihrem Hotel, das wie ein fehlerloses Uhrwerk funktioniert. Das lässt den Gast sorgenfrei und entspannt die Zeit genießen – und sie auch vergessen.

Nicht die Anbetung der Asche

Hotel & Spa Klosterbräu
© Olga Sattler
So sitze ich am späten Nachmittag, das Gefühl für Zeit & Raum verloren, vor dem offenen Kamin meiner Suite, beobachte die Feuerzungen bei ihrem ruhelosen Tänzchen und lasse die ersten Eindrücke Revue passieren. Phantasiebilder aus der Klostervergangenheit tauchen wieder in meinem Kopf auf: ‚Ein Mönch im langen braunen Gewand bei seinem nächtlichen Gebet, auf den Knien, vor einem göttlichen Antlitz; ein ruhiger Bierbrau-Trubel um die großen Fässer, danach das heitere Getümmel beim schlichten Abendmahl mit heiß duftendem Klosterbrot; es fühlt sich heimelig-familiär an …‘

Der Feuertanz – und mit ihm meine Phantasie-Reise – sind zu Ende. Das Holz verbrennt zuversichtlich zu einem kleinen grauen Häufchen Asche. Zuversichtlich ist auch, dass ein Haus wie dieses sich bestimmt vor dem Traditionellen nicht scheuen und auch das Moderne nicht verabscheuen wird. Für mich ist es Zeit, dies zu erleben …

Das Erhalten des Feuers

Hotel & Spa Klosterbräu
© Hotel & Spa Klosterbräu
Der gute alte Klostergang endet auf der anderen Seite im großzügigen Wellnessbereich des Spa-Hauses. Ich verliere mich vorerst in den Gewölbegängen, erkunde jede Nische, folge dem Kerzenschein durch einen Kellergang, bis eine alte Holzschwebetür meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zögerlich schiebe ich sie zur Seite und betrete gespannt die niedrige Felsenhöhle, die liebevoll-gemütlich für einsame Meditationsmomente eingerichtet ist. Ich bin in der Tat ganz alleine hier, in dem engen Steinmauer-Raum.

Es flattern still ein paar weitere Kerzen und verbreiten das wohlig-warme Licht. Ein kleiner Tropfen ploppt links von mir in einer Schale auf: Dieser ist einem kleinen Bierbrunnen, in der Mauer versteckt, entwischt. Nichts und niemand hält mich davon ab, das frische Kosterbräu-Bier bereits zu dieser frühen Stunde zu verkosten: Es ist ja letztendlich ganz im Einklang mit der Klosterbräutradition – und zum Erleichtern der Gedanken während der Meditation perfekt!

So, erfrischt und gelassen, setze ich meine Traditionen-Entdeckungs-Tour fort und lande in einem bequemen Sessel in der Brotbacksauna. Hier holen mich meine Phantasien von einem Klosteraufenthalt wieder ein, vom Duft des im kleinen Ofen backenden Brotes zum Leben erweckt: Gedanklich danke ich diesem Haus für das Erhalten des Feuers und das Nicht-Vergessen der Traditionen – und folge dann dem Ruf der Neugier, den modernen Teil von Klosterbräu zu entdecken.

Von Flamme und Eis

Hotel & Spa Klosterbräu
© Hotel & Spa Klosterbräu
Nostalgisch eingestimmt lande ich in der einzigartigen handgeschnitzen Sauna – einem der besten „Vertreter“ der Moderne im Hotel! Dem Gletscherschliff nachempfunden, heißt sie dennoch „Heiss-Zeit“. Erwartungsvoll lasse ich mich auf der glatt-geschwungenen Holzbank nieder, ganz in der Nähe einer großen Amethysten-Druse, nicht ahnend, dass mir in der nächsten Minute eine Reise durch Feuer & Eis bevorsteht – so intensiv, dass ich meine, selbst zu einem Häufchen Asche zu werden. Das Ritual mit einem kühlenden Sport-Gel in der heißen Sauna, das von einem gelehrten Bademeister durchgeführt wird, soll vor allem Sportler vom Muskelkater und Gelenk-Problemen befreien. Mich befreit es von der Illusion, besonders „hitzebeständig“ zu sein – ich flüchte rasant nach draußen und suche mir anschließend ein bequemes Wasserbett im dunklen Eck – mein glühender Körper strahlt ja genug Licht aus, um den ganzen Ruheraum zu beleuchten.

Das Beste hebe ich mir, wie gewohnt, zum Schluss auf: Auch im Spa-Bereich das Younique® Konzept des Hauses zu testen. Eine Massage gibt es hier nämlich nicht „nach Plan“, sondern nur nach meinem persönlichen Empfinden und Verlangen. Nach dem erlebnisreichen Wellness-Abend verlangt es mich nach ein paar Streicheleinheiten mit aromatischem Kräuteröl, die mich nun in einen sanften Schlummer wiegen, bevor mich meine Entdeckungstour am späteren Abend in den berühmt-berüchtigten Weinkeller führt – nach allen Vorgaben der Tradition erhalten und doch nicht unmodern bestückt.

Im Bann der Familienbande

Hotel & Spa Klosterbräu
© Hotel & Spa Klosterbräu
Hier heißt es: Zeit für die persönliche Begegnung mit dem Mann, der für das Erhalten und Weitergeben des Feuers, nun in der 6. Generation, verantwortlich ist: Alois Seyrling führt uns hochpersönlich durch die Geschichte des Klosters, lässt dabei auch einige Einblicke in das heutige Leben des renommierten Hauses gewinnen. Bei einem prickelnden, selbstverständlich hauseigenen Champagner-Bier lässt er uns alle Etappen bildhaft erleben, so dass ich kaum noch zwischen den beiden Geschichten, der des Klosters und der seiner Familie, unterscheiden kann. Am Ende sind sie unzertrennlich miteinander verflochten: Ein Kloster steht für Tradition und ist eine Art Familie – Familie ist die schönste Tradition, die die Menschheit „erfunden“ hat – Familie Seyrling lebt diese Tradition scheinbar in ihrer Perfektion – neben zahlreicher Klostertraditionen. Der Kreis schließt sich.

Der 32-Jahre junge, dynamische Hotelchef ist ein Träumer, doch er meint es auch ernst: Er träumt von der eigenen Landwirtschaft, zur Verpflegung der Familie und der Hotelgäste; davon, dass jeder Gast, der im Klosterbräu im Anzug ankommt, das Haus wieder als Freund und in Turnschuhen verlässt; dass die Tradition nicht als verstaubt erlebt und sein _namhaftes Wellness-Hotel mit jedem Jahr jünger wird. Manchmal träumt er sich in die guten alten Zeiten zurück und lässt Ritter- und Mittelalter-Feste feiern.

„Einer von uns ist immer für Sie da“

Hotel & Spa Klosterbräu
© Hotel & Spa Klosterbräu
Er ist auch der Macher – und er ist es nicht allein. Seine Mutter Cristina, die gute Seele des Hauses, macht am liebsten Yoga für Gäste. Immer zu seiner Rechten ist Agnes, die Ehefrau und zweifache Mutter, die vor allem ihre Passion beim Familien- und Kinderprogramm auslebt – ihr Vater Dezsö sorgt dabei im Hotel-Restaurant für das leibliche Wohl. Auch die beiden Schwestern sind ein Teil des perfekten „Uhrwerks“: Laura, die Weltgewandte und SPA-Fee, und Linda, die Fröhliche & die Rezeption- und Event-Elfe. Auch sein Cousin und sein Schwager packen mit an und machen für Urlauber Sport- und Natur- Erlebnisse erlebbar! Nicht zu vergessen: Moritz, der Familienhund, der sogar bei dem Trubel am Empfang seine Ruhe bewahrt und Souveränität ausstrahlt.  

Alles scheint perfekt im Klosterbräu. Es ist perfekt. Sollte etwas sein, steht der Chef des Hauses persönlich Rede und Antwort. So möchte ich von ihm wissen, wo „der Hund begraben liegt“ und ob es nicht doch hinter der makellosen Fassade ein paar Schwächen zu entdecken gibt?

Alois schmunzelt und zögert nicht mit der Antwort: Die alten Strukturen des Gemäuers seien oft nicht an der „rechten“ Stelle, aber gehören aus Tradition dahin. Und noch sei da die Treppe im Eingangsbereich, die vor allem für ältere Gäste ein Hindernis darstelle. Doch genau diese Treppe ist so scharmant, aus seiner Sicht …

Au meiner Sicht ist es sie auch: Mit Turnschuhen verlasse ich nun über die charmante „Rote Treppe“ das Fünf-Sterne Haus, lasse gedanklich noch einen zusätzlichen Stern für die starken Familienbande zurück und nehme etwas Feuer im Herzen und einen kleinen Geschenk-Schutzengel an meinem Autoschlüssel mit – als Andenken an meinen ersten Klosteraufenthalt der besonderen Art!

Adresse:
Klosterstraße 30,
6100 Seefeld in Tirol, Österreich

 
 

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