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Ausgefallene Sexwünsche – Was tun, wenn man sich geniert?

Nicht jedem reicht Blümchensex für ein erfülltes Sexualleben. Doch gerade bei ausgefallenen Sachen scheuen sich viele, andere darum zu bitten. Vor allem aus Angst vor Stigmatisierung

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Auf der Erde tummeln sich rund sieben Milliarden Menschen – und jeder davon hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon, was ihn erregt, was ihn befriedigt. Gut, es gibt gewissen Konsens über das, was „gesellschaftlich akzeptiert“ ist. Aber wenn die eigenen Neigungen wenig mit diesen akzeptierten Methoden gemeinsam haben, wird es oft schwer, ein passendes Gegenüber zu finden, das bei solchen Wünschen mitmacht oder sie gar auch anregend findet. Im folgenden Artikel stellen wir euch Möglichkeiten vor, wie Ihr auch dann Wege zur Befriedigung finden könnt, wenn eure Neigungen nicht dem entsprechen, was die meisten eurer Freunde im Bett treiben.

Wo endet akzeptiert, wo beginnt ausgefallen?

Ausgefallene Sexwünsche – Was tun, wenn man sich geniert?
fotolia.com © sakkmesterke
Von einem rein menschlichen Standpunkt aus gesehen, gibt es etwas wie „kranke Praktiken“ nicht: Erlaubt ist auch beim Sex, was zwei (oder mehr) einvernehmlichen Partnern gefällt. Allerdings ist das, was auch gesellschaftlich als „normal“ definiert wird, durchaus wandelbar und hat interessanterweise auch viel mit dem Verhalten von Porno-Konsumenten zu tun:

1975 begann in der BRD ein neues Zeitalter – Pornografie war nicht mehr generell unter Strafe gestellt. Damals von Medien wie der „Zeit“ noch beargwöhnt, machte erst die Gesetzesänderung es möglich, Pornos legal zu konsumieren. Was damals angesehen wurde, würde heute niemand mehr vom Hocker reißen: Blümchensex pur. Doch mit der Zeit änderte sich der Inhalt. Die Studios versuchten, sich mit Härterem gegenseitig zu übertreffen. Irgendwann wurden Dinge wie Fesselspielchen normal, dann Analsex und heute? Heute gibt es praktisch nichts, was sich nicht in Pornos wiederspiegelt.

Und hier liegt auch der Knackpunkt: Keine 23-Jährige hätte 1980 mit ihren Freundinnen über Bukkake gesprochen, kein junger Mann vor seinen Kumpels zugegeben, dass er auf Pegging steht.

Heute sind die Zeiten auch durch die weite Verbreitung von Webpornos sehr viel liberaler geworden – dennoch bedeutet das nicht, dass alles gesellschaftlich akzeptiert wird, was in Filmen gezeigt wird – dazu sind die dort gezeigten Praktiken viel zu breit gefächert. Und genau an dieser Stelle beginnt für viele ein Leidensdruck.

Sobald die eigenen Wünsche etwas sind, was man nicht mal seinem besten Freund oder dem Partner anvertrauen würde – aus Scham, Angst vor Verlust oder ausgelacht zu werden – dann entsteht ein Leidensdruck: Körper und Geist bekommen nicht das, was sie sich ersehnen. Und dann gibt es mehrere Möglichkeiten, die Betroffenen zur Verfügung stehen.

Aber: Sie alle erfordern Mut und in Beziehungen auch die Abwägung des Risikos.

1) Frei heraus:

Der eigene Partner sollte der mit Abstand vertrauteste Mensch sein. Wenn man ihm gegenüber Wünsche nicht formulieren kann, wem dann? Weshalb „frei heraus“ immer der erste Schritt in Beziehungen sein sollte. Allerdings besteht natürlich das Risiko, den Partner durch besonders extreme Wünsche zu verschrecken. Aber: Kaum jemand wird eine Beziehung beenden, nur weil sein Partner einen ausgefallenen Wunsch äußert – das ist ein Vorteil der heute allgemein lockereren Zeiten. Aber wenn es darum geht, dass sich der Partner wünscht, auch mit anderen Sex zu haben, kann es natürlich einen Beziehungsknick geben. Dennoch: Hier bestehen immer noch gute Chancen, dass der Partner es entweder selbst gerne probieren will, oder zumindest aus Verständnis mal mitmacht – gefällt es ihm dann jedoch nicht, stehen Betroffene wieder am Anfang.

2) Fremdgehen/Sexkontakt:

Es gibt dutzende Seitensprungportale, auf denen es nur um Sex geht, wo man das potenzielle Gegenüber gar nur über Sextechniken finden kann. Das macht es natürlich leicht, anonym jemanden zu finden, der die gleichen Dinge will und das ist auch der große Vorteil: Wer hier sucht, findet ein Gegenüber, das wirklich ebenfalls Interesse an seinen Wünschen hat. Aber: Zum einen ist Fremdgehen dem Partner gegenüber unfair. Und zum anderen reißt diese Tat, wenn sie herauskommt, ein Loch – in der Seitensprung-Fibel könnt Ihr mal lesen, wie sich dieses Loch aus der Betrogenen-Perspektive anfühlt. Allerdings: Wer solo ist, kann durch solcherlei digitale Segnungen durchaus schnell jemanden finden, der ihm seine Wünsche erfüllt – wobei hier natürlich immer noch die notwendige Vertrautheit fehlt.

Wie sag ich es dem Partner?

Um nochmal auf den ersten Punkt zurückzukommen: Der Trick ist einfach, niemals mit der Tür ins Haus zu fallen. Wer besondere Neigungen hegt, sollte sie in den ersten Monaten einfach unterdrücken. Denn: Erstens fehlt dann noch die Vertrautheit. Und zweitens ist es ja auch schlicht möglich, dass die Beziehung endet und euer ehemaliger Schatz dann eure „kranken Neigungen“ in alle Welt herausposaunt.

Deshalb ist Warten besser. Und sich herantasten: „Du, was hälst Du eigentlich von….?“ ist ein guter Weg, um solche Vorarbeit zu beginnen. Und wer öfters ein solches Thema anschneidet, gibt dem Partner auch schon ohne weitere Worte den Wink, das er auf sowas steht. Allerdings: Macht der Partner euch zuliebe wirklich mal mit, dann erwartet

•    Keine Perfektion beim ersten Mal
•    Keine gleichhohe Leidenschaft
•    Keine wöchentliche Wiederholung

Langsamkeit ist der Schlüssel. Und gegenseitiges Verständnis: Wenn der Partner nein sagt, dann sollte man es auch akzeptieren. Es bleibt immer noch die Möglichkeit, dass ihn Neugierde an einem späteren Punkt der Beziehung zum neuerlichen Ausprobieren bringt. Wem das nicht reicht, der muss ehrlich abwägen, was ihm wichtiger ist: Seine Lust oder die Beziehung. Die Antwort darauf muss aber jeder selbst finden.  

 
 

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